Impotenz (lat.: Erektile Dysfunktion)

Jeden Mann kann »es« treffen, aber fast immer ist Impotenz behandelbar!

Das kann jedem passieren: Die Gliedsteife schwächelt oder bleibt kurzfristig oder sogar ganz aus. Das stresst und die Sorge, dass »es« wieder passieren könnte, erzeugt Versagensangst und führt zur »Blockade im Kopf«, dann geht erst recht nichts mehr.
Seien Sie nachsichtig mit sich – es ist völlig normal, dass »es« nicht immer klappt. Erst recht wenn Alkohol im Spiel ist, Sie von Stress geplagt sind, beim ersten Mal mit neuer Partnerin / neuem Partner oder beim Ausprobieren neuer Spielarten kann dies vorkommen. Setzen Sie sich nicht unter Druck, das ist nicht nötig! Sollten Sie eine längere Zeit Erektionsprobleme beobachten, ist ein Arztbesuch ratsam, denn Impotenz ist heilbar. Man(n) muss sich nicht damit abfinden!

Impotenz ist Symptom einer Erkrankung, keine Schwäche!

Definiert ist die Impotenz, lateinisch »erektile Dysfunktion«, kurz ED, als eine länger als sechs Monate anhaltende, für ein zufrieden- stellendes Geschlechtsleben nicht ausreichende Erektion. Bei den meisten Betroffenen (50%) sind Gefäßerkrankungen, nur bei jedem fünften psychische und nur bei jedem zehnten Mann Hormonmangel die Ursache einer ED. Grundsätzlich spielt auch das Alter eine Rolle. Vorzeichen für eine beginnende Impotenz können fehlende morgendliche Erektionen, rascher Verlust der Gliedsteife sowie sexuelle Unlust sein. Sie sollten dies mit Ihrem Arzt besprechen. Impotenz ist in der Regel die Folge anderer körperlicher oder seelischer Erkrankungen – sie gilt daher als Warnsignal

Wer unter erektiler Dysfunktion leidet, sollte seinen Urologen aufsuchen, selbst wenn kein Interesse an einer gelebten Sexualität besteht. Denn ED ist häufig ein »Warnsignal« für Herz- und Gefäßerkrankungen und gilt als häufiger Vorbote für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Psychische Ursachen (z.B. Burnout) sind ebenfalls als Ursache möglich und bedürfen dann oft einer Therapie. Risikofaktoren für Impotenz sind vor allem Rauchen, Zuckerkrankheit oder hoher Blutdruck. Bestimmte Medikamente wie Antihistaminika, Antidepressiva oder Blutdrucksenker begünstigen eine ED. Des Weiteren können Drogen- oder ein regelmäßiger hoher Alkoholkonsum eine erektile Dysfunktion verursachen. Auch Nervenschädigungen nach Operationen am Rückenmark oder im Beckenbereich (z.B. eine Prostatakrebsoperation) sind häufige Ursachen für Impotenz.

Welche Untersuchungen sind für die Diagnose notwendig?

Der Arzt erhebt zunächst eine umfassende Anamnese, d.h. er fragt Sie, wie lange die Impotenz schon vorliegt und ob bzw. welche Grunderkrankungen bereits bekannt sind. Er wird Sie nach Operationen fragen und nach Ihren Medikamenten. Dann erfolgt in der Regel eine umfassende körperliche Untersuchung sowie eine Labordiagnostik, d.h. die Untersuchung einer Blut- und Urinprobe. Untersucht werden Blutfett- und Blutzuckerwerte, Nierenwerte und Hormonspiegel. In seltenen Fällen ist ein Schwellkörperinjektionstest mit Durchblutungsmessung der vier Penisarterien notwendig.

Impotenz behandeln:

Erektionsstörungen kann man mit Medikamenten gut behandeln, auch wenn eine Heilung der Ursachen nicht immer möglich ist. Vielen Patienten ist durch die Verschreibung eines Phosphodiesterase (=PDE)-5-Hemmers geholfen. Botenstoffe, die für die Aufrechterhaltung einer Erektion kontinuierlich in die Schwellkörper abgegeben werden müssen, werden von PDE-5-Enzymen nicht mehr so schnell abgebaut und wirken daher länger, was die Erektion verstärkt. In Deutschland sind vier unterschiedliche PDE-5-Hemmer für die Behandlung der ED zugelassen. Dies sind in alphabetischer Reihenfolge die Wirkstoffe Avanafil, Sildenafil, Tadalafil und Vardanafil. Die genannten Präparate unterscheiden sich in Wirkgeschwindigkeit, Wirkdauer, empfundener Wirkstärke und möglichen Nebenwirkungen. Die Unterschiede ergeben sich aus den jeweiligen pharmakologischen Eigenschaften der Wirkstoffe, die Art der Einnahme und Geschwindigkeit der Aufnahme in den Blutkreislauf, die Abbaugeschwindigkeit und das unerwünschte Ansprechen auf andere PDE-Enzymvarianten in anderen Geweben. Typische Nebenwirkungen können Kopfschmerzen, Gesichtsröte, Schwellung der Nasenschleimhaut oder Rückenschmerzen sein. Bei schwerer koronarer Herzerkrankung, die mit Nitro-Sprays behandelt wird, dürfen diese Medikamente nicht eingenommen werden. Die unterschiedlichen Eigenschaften der PDE-5-Hemmer erlauben auch unterschiedliche Vorgehensweisen bei der Einnahmestrategie. Ein Präparat (Tadalafil) kann wegen der langen Halbwertszeit als Konstanztherapie in kleiner täglicher Dosis eingenommen werden, so dass der Sexualakt unabhängig von einer gezielten Tabletteneinnahme unterstützt wird. In dieser Konstanztherapie ist der Wirkstoff auch für die Behandlung von Prostatabeschwerden zugelassen.
PDE-5-Hemmer unterstützen auch die Heilung von Nervenschäden z.B. nach Prostataoperationen. Reicht dies nicht aus oder erholen sich die Nerven nicht, gibt es trotzdem Behandlungsmöglichkeiten, z.B. die Selbstinjektion von gefäßerweiternden Mitteln (Schwellkörper-Autoinjektionstherapie, SKIT). Solche Substanzen können auch alternativ über die Harnröhre verabreicht werden. Ganz ohne Medikamente können Vakuumpumpen eine zufriedenstellende Erektion herstellen und in Fällen, wo auch dies nicht zum Erfolg führt, können Prothesen in die Schwellkörper implantiert werden.

Was Sie selbst tun sollten…

Suchen Sie zunächst einen Arzt auf, um grundlegende Faktoren abklären zu lassen. Ihre primären Ansprechpartner sind in diesem Falle Ihr Urologe und / oder Ihr Hausarzt. Scheuen Sie sich nicht, nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch.
Ziehen Sie Ihre Partnerin / Ihren Partner mit ins Vertrauen. Sie / er wird Sie unterstützen und wird dankbar sein zu erfahren, was Sie belastet. Vertrauen Sie sich Ihrem besten Freund an, vielleicht hat er selber das auch schon erlebt.
Treiben Sie regelmäßig Sport. Bewegung verbessert die Durchblutung. Radfahren, Laufen oder Schwimmen beugen Gefäßschäden vor.
Nehmen Sie ab, wenn Sie übergewichtig sind.
Stellen Sie das Rauchen ein.

Was Partner tun können…

  • Seien Sie verständnisvoll und machen Sie Mut.
  • Üben Sie keinen Druck aus, haben Sie Verständnis, aber ermuntern Sie Ihren Partner, einen Arzt ins Vertrauen zu ziehen.
  • Beziehen Sie die »Unlust« Ihres Partners nicht auf sich. Erektile Dysfunktion ist Symptom einer Erkrankung und nicht gleich Ausdruck, dass Ihr Partner Sie nicht mehr begehrt.
  • Vermitteln Sie Ihrem Partner Stabilität und Sicherheit, Sexualität ist schließlich nur ein Pfeiler Ihrer Beziehung.
  • Unterstützen Sie Ihren Partner, gesund zu leben, ggf. das Rauchen aufzugeben, mehr Sport zu treiben und sich gesund zu ernähren – und machen Sie mit: gemeinsam fällt eine solche Lebensstiländerung oft viel leichter.

Hilfe finden…

In einigen Großstädten Deutschlands existieren Selbsthilfegruppen

Weiterführende Links….

Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit e.V.
Urologenportal
Stiftung Männergesundheit

Leave a reply