Neu in Köln: „Fusionsbiopsie“ bei Verdacht auf Prostatakrebs

Erstmalig in Köln bieten wir unseren Patienten eine neue Technik der Probenentnahme bei Verdacht auf Prostatakrebs an.

 

Bei der bisherigen Biopsietechnik wurden Prostatabiopsieproben ultraschallgeführt durch den Enddarm an definierten Positionen, aber doch eher zufallsbestimmt entnommen. Die Folge war eine geringere Diagnosesicherheit. In der neuen Technik bedienen wir uns einer moderneren Art der Bildgebung, dem sogenannten Multiparameter-MRT, einer besonderen Form der Analyse von Kernspin-Aufnahmen der Prostata. Unsere Radiologen verwenden dazu ein hochmodernes 1,5 Tesla Gerät, in dem die Bildsequenzen nach besonderen Verfahren analysiert und schließlich in einer sog. PI-RADS Klassifikation (Version 2) eingestuft werden können. Die PI-RADS Klassifikation gibt für jede Läsion die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen eines klinisch signifikanten Karzinoms auf einer Skala von 0 bis 5 an.

Mit dieser Art der Bildanalyse lassen sich krebsverdächtige Areale in der Prostata lokalisieren und gezielt biopsieren. Dazu werden während der Probenentnahme MRT- und Ultraschall-Bilder fusioniert. Die Treffsicherheit und damit die Diagnosesicherheit werden damit erheblich gesteigert.

Besonders profitieren Patienten, bei denen der Verdacht auf Prostatakrebs durch herkömmliche Biopsietechniken nicht ausgeräumt werden konnte. Hier kann die besondere MRT-Technik unserer Radiologen ggf. eine neue Biopsie sogar unnötig machen, oder bei darstellbaren „Hotspots“ gezielt angegangen werden.  Dies ist ein enormer Vorteil für Patienten, die sich bisher oft sogar mehrfachen herkömmlichen Probenentnahmen unterziehen mussten.

Wir setzen die neue MRT-Technik inzwischen auch gezielt bei Patienten mit bekanntem Prostatakrebs ein, die wegen geringer Befunde lediglich überwacht werden müssen (sog.  „Aktive Überwachung“ zur Vermeidung einer Übertherapie). Bei diesen Patienten ist nicht nur die neue MRT-Analyse hilfreich, sondern ebenso die Bildfusion bei der Probenentnahme, von deren Diagnosegenauigkeit das weitere Vorgehen abhängig ist. Ebenso setzen wir diese Technik der genaueren Diagnostik für Patienten ein, die eine „Fokal-Therapie“, also die gezielte Behandlung der mit einem Karzinom befallenen Areale der Prostata wünschen…

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