Kinderurologie in Köln

Die Urologie umfasst nicht nur die Behandlung erwachsener Patientinnen und Patienten, sondern beschäftigt sich ebenso mit Fehlbildungen des Harntraktes und verschiedenen Erkrankungen an Niere, Harnleiter, Harnblase, Harnröhre und den männlichen Geschlechtsorganen bei Neugeborenen und Kindern.

Die häufigsten Erkrankungen der Kinderurologie sind:

Vorhautverengung – Phimose

Die Vorhautverengung oder Phimose ist eine Verengung der Öffnung der Vorhaut des Penis. Bis zum Alter von etwa 3 Jahren spricht man von einer physiologischen (angeborenen) Phimose. Dies ist vollkommen normal und stellt eine natürliche Verklebung der Vorhaut mit der Eichel dar. Sie kommt entwicklungsbedingt bei etwa 96 % der neugeborenen Jungen vor und löst sich in der Regel im Kindes- oder frühen Jugendalter.

Besteht die Phimose über diese Zeit hinaus bzw. stellt sie die Ursache von Beschwerden in Form von Schmerzen, Problemen beim Wasserlassen oder Entzündungen der Vorhaut dar, sollte eine Therapie erwogen werden. Diese kann meist zunächst in Form von kortisonhaltigen Salben erfolgen. Sollte diese Therapie nicht erfolgreich sein bzw. sollte es sich um einen sehr ausgeprägten Befund handeln ist eine operative Therapie in Form einer Beschneidung (Zirkumzision) angeraten.

Generell bieten wir die Zirkumzision ab dem 3. Lebensjahr an, sofern eine Indikation besteht. Gerne beraten wir Sie hierüber.

Hodenhochstand – Maldescensus testis

Hierbei handelt es sich um eine ein- oder beidseitige Fehlentwicklung, bei denen sich der Hoden vorübergehend oder dauerhaft außerhalb des Hodensacks befindet. Der Hoden verbleibt während der Entwicklung aus der Bauchhöhle in den Hodensack (zwischen 28. und 32. Embryonalwoche) meist im Leistenkanal.

Ein Hodenhochstand wird ab dem 6. Lebensmonat therapiert, da bis dahin noch die Möglichkeit eines spontanen Herunterwanderns besteht. Mit Vollendung des 12. Lebensmonats sollte die Behandlung abgeschlossen und der Hoden im Hodensack befindlich sein. Je später die Therapie erfolgt, desto höher ist das spätere Risiko einer eingeschränkten Spermienqualität bis hin zur Unfruchtbarkeit sowie ein erhöhtes Risiko zur Entwicklung eines Hodentumors.

Zu beachten ist allerdings, dass nicht jeder Hoden, der sich nicht ständig im Hodensack befindet gleich ein Leistenhoden darstellt. Es gibt auch manche Formen (z.B. Pendelhoden), die nicht therapiert werden müssen.

Die operative Therapie des Leistenhodens wird als Orchidopexie mit Funikulolyse bezeichnet, welche in unserer Klinik ebenfalls durchgeführt wird.

Bettnässen – Enuresis

Mit Enuresis wird das unwillkürliche Einnässen bei Kindern bezeichnet. Die Blasenkontrolle ist ein Reifungs- und Lernprozess, der Zeit braucht und ungefähr bis zum 5. Lebensjahr andauert. Nicht bei jedem Kind ist dieser Reifungsprozess bis zu dieser Zeit abgeschlossen. Manche Kinder werden auch etwas verzögert trocken. Beim kindlichen Einnässen unterscheidet man zwischen dem nächtlichen Einnässen (Enuresis nocturna) und dem Einnässen tagsüber (Enuresis diurna). Auch kombinierte Formen kommen vor. Ungefähr 15 % aller 5-jährigen Kinder leiden unter nächtlichem Einnässen. Bei ca. 15 % der betroffenen Kinder tritt pro Jahr eine spontane Heilung ein.

Therapeutisch hilft in vielen Fällen schon, wenn einige Verhaltensweisen geändert werden. Außerdem können Alarmsysteme eingesetzt werden, wie z.B. Klingelhosen. Diese reagieren auf Feuchtigkeit mit einem Alarm und wecken das Kind auf, so dass es noch selbstständig eine Toilette aufsuchen kann. Sollten die Maßnahmen nicht ausreichen gibt es auch verschiedene medikamentöse Therapiemöglichkeiten. In manchen Fällen ist auch eine psychotherapeutische Verhaltenstherapie sinnvoll. Vor allem sollte man aber Geduld haben, denn in vielen Fällen kommt es zur spontanen Rückbildung der Symptomatik.